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Hunde und Katzen ohne Augenlicht

Blindheit bei Hunden

©Henk Vrieselaar, Shutterstock.com

Hunde und Katzen, die plötzlich die Orientierung zu verlieren scheinen, gegen Hindernisse laufen oder neuerdings aggressiv sind – das alles können Symptome sein, die auf einen möglichen Verlust des Augenlichtes hindeuten. Wenn sich herausstellen sollte, dass der Liebling allmählich erblindet oder womöglich schon sein Augenlicht verloren hat, dann ist der Schock für Tierhalter selbstverständlich erst einmal groß. Sehr oft steckt eine Erkrankung dahinter. Der Artikel berichtet über die großen Umstellungen und Hürden, die sich unbekannterweise für Sie und Ihre Fellnase ergeben werden, und beantwortet viele der Fragen, die Sie sich vermutlich stellen. Zudem möchten wir Ihnen Unsicherheiten nehmen und Ratschläge zum richtigen Umgang mit Ihrem blinden Liebling geben.

Wenn der Hund nicht mehr sieht – ein betroffenes Frauchen berichtet

Svenja Berger ist 47 Jahre alt und wohnt zusammen mit ihrem Ehemann Knut, Perser-Kater Sir Katzelot und Bolonka-Zwetna Hündin LeeLoo im Süden Berlins. Vor wenigen Wochen fiel ihr zum ersten Mal auf, dass LeeLoo sich seltsam benahm: “Sie wollte nicht mehr Gassi gehen, stieg keine Treppen, lag träge herum und stieß immerzu an Gegenstände in der Wohnung oder sogar gegen Sir Katzelot. Das war unüblich für sie.”, erzählt Svenja Berger. Die kleine Familie fuhr mit der achtjährigen Hündin direkt zum Tierarzt. Bei der Untersuchung stellte der Tierarzt die Vermutung auf, dass LeeLoos verändertes Verhalten möglicherweise auf ihre Augen zurückzuführen sei. Drei Tage später hatte das Ehepaar einen Termin mit der Hündin bei einem Augenspezialisten für Tiere. Die Diagnose SARD wurde gestellt, was eine plötzlich auftretende Rückbildung der Netzhaut meint. “Man weiß derzeit noch nicht, wodurch SARD ausgelöst wird, aber laut der Aussage des Arztes würden die Hunde innerhalb von wenigen Tagen komplett erblinden”, erzählt Svenja Berger sichtlich erschüttert, “zu diesem Zeitpunkt konnte LeeLoo noch etwas sehen. Drei Wochen später war sie komplett blind.

Bei allem, was die veränderte Situation von allen Beteiligten fordert, eine Erblindung ist kein Grund, ein Tier einzuschläfern. “LeeLoo hat mit SARD keine Schmerzen, und auch wenn die letzten Wochen manchmal frustrierend und anstrengend für uns alle waren, haben wir die Situation gemeinsam gut gemeistert. LeeLoo fühlt sich immer noch wohl”, erklärt die Berlinerin. “Für den Hund mitzudenken, beim Gassi gehen regelmäßig mit dem Tier zu sprechen und die Möbel nicht mehr zu verrücken”, seien laut Svenja Berger die hilfreichsten Ratschläge. “Am Anfang habe ich einfach ab und an vergessen, dass LeeLoo jetzt nichts mehr sieht. Das passierte ja alles so schnell.. Da ist sie dann doch gegen den einen oder anderen Schrank gelaufen. Das tat mir natürlich schrecklich leid”, sagt Svenja Berger.  Nun wird die Familie nur noch versuchen, LeeLoos Gewicht auf ein gesundes Level zu bringen, weil diese durch ihre verminderte Aktivität etwas zugenommen hat. “Den Alltag meistern wir nun aber gut und ich denke, dass man vieles auch noch mit der Zeit und durch Erfahrungen dazulernen wird”, bekräftigt Svenja Berger.

Kann mein Tier überhaupt noch artgerecht leben?

Die gute Nachricht vorab: Ein Ausfall von einem der fünf Sinne (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten) bedeutet noch lange nicht, dass Ihre Fellnase nicht mehr artgerecht und fröhlich durchs Leben gehen kann. Bei einer Erblindung von Hunden oder Katzen stellt der Tierarzt zunächst die Ursache für den Sehverlust fest, der darüber aufklärt, ob das Tier Schmerzen hat. Diese Frage gilt es zu beantworten, um die verbleibende Lebensqualität gegen die Auswirkungen der Krankheit auf das tägliche Leben des Vierbeiners abzuwägen. In LeeLoos Fall geht die Krankheit nicht mit Schmerzen einher. Sollte Ihr Liebling also nicht unter unheilbaren Schmerzen leiden, dann gibt es keinen Grund, das Tier einzuschläfern.

Hunde und Katzen sehen anders als Menschen

Blindheit bei Katzen

©Alena Ozerova, Shutterstock.com

Man kann die Auswirkungen einer Erblindung von Hunden und Katzen nicht mit denen der Erblindung eines Menschen vergleichen, da Hörvermögen und Geruchssinn bei Hunden und Katzen viel stärker ausgeprägt sind als bei uns Menschen. Hunde und Katzen sehen auch anders als wir! Durch eine spezielle reflektierende Schicht in ihrem inneren Auge können sich die Augen deutlich besser an Dämmerung und Dunkelheit anpassen. Bei Tageslicht können sie hingegen viele Details und Farben nicht so genau erkennen wie unsereins und orientieren sich eher an Umrissen. Wie Sie sich nun vermutlich vorstellen können, ist daher neben dem Sehen, besonders das Riechen, Tasten und Hören wichtig für Hunde und Katzen. Diese Sinne ermöglichen unserem Liebling, trotz des Sehverlustes täglich Lebensfreude zu empfinden und den Alltag zu meistern. Es gibt also Licht am Ende des Tunnels!

 

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