Zwingerhusten beim Hund: Symptome & Behandlung

Schäferhund der im Bett liegt

Starker, trockener Husten? Finde heraus, ob dein Hund an Zwingerhusten leidet und was du für ihn tun kannst.

15.09.2022

Was ist Zwingerhusten eigentlich?

Zwingerhusten - diesen Begriff hast du vielleicht schon einmal im Zusammenhang mit schlimmen Hundekrankheiten gehört, vor allem, wenn es um den Auslandstierschutz geht.

Beim Zwingerhusten handelt es sich um eine hoch ansteckende Erkrankung der oberen Atemwege, die sich vor alle durch Husten, Rotzen, Würgen, →Erbrechen und →Fieber zeigt. Die Krankheit wird durch verschiedene Viren und Bakterien ausgelöst. Die beiden Haupterreger des Zwingerhustens bei Hunden sind Parainfluenza (Viren) und Bordetella (Bakterien).

Symptome vom Zwingerhusten beim Hund

Die Symptome sind in der Regel ziemlich eindeutig und Grippe ähnlich:

  • harter, bellender, teilweise krampfartiger Husten (ggf. nicht durchgehend, sondern nur bei Belastung)

  • Schleimauswurf bei Husten (mögliches Anzeichen für Lungenentzündung)

  • Würgereiz

  • Atembeschwerden

  • laufende Nase

  • Bindehautentzündung mit eitrig-tränenden Augen

  • Appetitlosigkeit

  • geringe Belastbarkeit

  • in schweren Fällen: Fieber, Entzündung von Rachen, Mandeln, Bronchien, Luftröhre

Hund mit entzündeten Augen

Tränender Ausfluss, Schnupfen, Niesen, Husten - die Symptome für Zwingerhusten sind der Grippe ähnlich.

Ursache des Zwingerhustens bei Hunden

Die Ursache der Krankheit sind Viren und Bakterien. Häufig sind die Erreger das Canine Para-Influenza-Virus (CPIV), das Canine Herpes-Virus (CHV), das Canine Adeno-Virus Typ 2 (CAV-2) und das Bakterium Bordetella bronchiseptica.

Manchmal können aber auch nicht-infektiöse Faktoren die Krankheit auslösen. Dazu zählen beispielsweise eine schlechte Hygiene, sehr hohe oder niedrige Temperaturen, eine hohe Luftfeuchtigkeit, körperlicher und/oder psychischer Stress, Mangelernährung, eine Abwehrschwäche sowie unbehandelte Wurmbefälle - alles Zustände, die häufig auf gerettete →Tiere aus dem Tierschutz zutreffen.

Häufig infizieren sich die Hunde zuerst mit Viren, welche die Bronchien besiedeln und dort die Atemwege schädigen. Dadurch können Bakterien oder Pilze wiederum ganz leicht eine sogenannte Sekundärinfektion auslösen.

Eine →gesunde und vollwertige Ernährung sowie ausreichend Bewegung und eine artgerechte Auslastung bilden den Grundstein für die Gesundheit deines Vierbeiners und können ihn im Falle einer Erkrankung vor schweren Verläufen bewahren.

Wie kann sich mein Hund anstecken?

Durch eine sogenannte Tröpfcheninfektion können sich Hunde sehr leicht mit Zwingerhusten anstecken. Das heißt, die Übertragung der Krankheit erfolgt durch Husten, Niesen oder gegenseitiges Beschnuppern. Die Erreger bleiben aber auch an Gegenständen haften wie Hundespielzeug, Näpfe, Körbchen usw. und können so übertragen werden.

Folglich ist das Ansteckungsrisiko vor allem dort erhöht, wo viele Hunde aufeinandertreffen wie z. B. in einer Hundepension, auf dem Trainingsplatz oder in der Hundeschule. Vierbeiner, die in Tierheimen untergebracht sind oder aus dem Auslandstierschutz kommen, leben in der Regel mit vielen Hunden auf engem Raum. Auch hier besteht demnach auch ein erhöhtes Ansteckungsrisiko.

Beachte, dass die Krankheit auch auf andere Tiere wie z. B. im Haushalt lebende Katzen übertragen werden kann. Sollte sich dein Hund mit dem Zwingerhusten angesteckt haben, gilt er erst sieben Tage nach dem letzten Krankheitssymptom als nicht mehr ansteckend. Davor kann er die Erreger immer noch verteilen und sollte keinen Kontakt mit anderen Haustieren haben.

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Dort, wo viele Hunde aufeinandertreffen und auf engem Raum leben, können sie sich schneller mit Zwingerhusten anstecken.

Untersuchungen & Diagnose bei Zwingerhusten

Kannst du welche der oben genannten Symptome erkennen und hast den Verdacht, dass dein Liebling krank sein könnte, solltest du unbedingt eine Tierarztpraxis aufsuchen. Dort wird die Luftröhre deines Vierbeiners untersucht, um sicherzugehen, dass er nichts verschluckt hat und deswegen so stark würgt und hustet. Außerdem wirst du sicherlich gefragt, ob dein Hund kürzlich Kontakt zu anderen Hunden hatte, er in einer Pension untergebracht war oder aus einem Tierheim kommt. All dies sind wichtige Fakten, die die Tierärzt*innen wissen müssen, um eine Diagnose zu stellen.

Um herauszufinden, um welchen Erreger des Zwingerhustens es sich handelt, wird ein Abstrich im Rachen sowie ein Speicheltest durchgeführt. Anhand dessen kann das passende Antibiotika verschrieben werden. Bei schwereren Fällen mit einer Lungenentzündung oder einem vermuteten Herzleiden wird ggf. auch ein Röntgenbild von Lunge und Herz gemacht sowie ein Bluttest durchgeführt.

Wie wird Zwingerhusten behandelt?

In Abhängigkeit vom Zustand deines Hundes, dem Alter und der Schwere der Krankheit klingt Zwingerhusten unter der Gabe von Medikamenten nach einigen Wochen wieder ab. Je nach Symptomen werden hustenlindernde, abwehrstärkende, schleimlösende oder fiebersenkende Medikamenten verschrieben.

Geht die Krankheit mit einer bakteriellen Infektion einher, kann außerdem die Gabe von Antibiotika sinnvoll sein. Auch ein →Wurmbefall wie mit Giardien schwächt das Immunsystem deines Vierbeiners zusätzlich und muss mit entsprechenden Antiparasitika behandelt werden.

Manche Tierärzt*innen verschreiben zusätzlich dazu noch Mittel zur Stärkung des Immunsystems. Unsere leckeren Snacks wie die Leberpastete eignen sich hervorragend, um Medikamente genüsslich in deinen Hund zu befördern!

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Was ist das "Schlimme" am Zwingerhusten?

Husten, Rotznase, Fieber - klingt erst einmal "nur" nach einer üblen Grippe. Doch beim Zwingerhusten ist das anders. Durch das angegriffene Immunsystem und die geschädigten Schleimhäute der Atemwege kommt es häufig zu bakteriellen Folgeinfektionen. In schlimmen Fällen wird der Hund die Krankheit nur schwer wieder vollständig los und erkrankt wiederkehrend mehrmals im Jahr am Zwingerhusten.

Bei manchen Hunden treten außerdem Komplikationen wie eine Lungenentzündung oder Mandelentzündung auf. Ist der betroffene Hund noch sehr jung oder hat ein geschwächtes Immunsystem, beispielsweise durch einen Wurmbefall, kann das den Krankheitsverlauf zusätzlich erschweren. Bleibt ein Zwingerhusten in solchen Fällen unbehandelt, kann die Krankheit im schlimmsten Fall tödlich enden.

Impfung gegen Zwingerhusten zur Vorbeugung

Damit sich dein Vierbeiner erst gar nicht mit Zwingerhusten ansteckt, gibt es eine Impfung, die zur Vorbeugung verabreicht wird. Diese kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn ihr einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt seid, beispielsweise durch Vereinssport, Hundeshows, regelmäßige Besuche in Hundeparks, wenn dein Hund in eine Pension oder Tagesstätte geht oder woanders regelmäßig viele Hunde auf engem Raum trifft.

Eine Impfung gegen Zwingerhusten schützt in der Regel vor den Hauptursachen des Zwingerhustens und hält 12 Monate an. Sie sollte dementsprechend jährlich aufgefrischt werden. Für eine Impfung kannst du dich auch jederzeit kurzfristig entscheiden, beispielsweise vor einer Risikosituation wie Hundepension, Hundeschule, Ausstellung, Züchtertreffen oder Ähnlichem.

Beachte, dass sich dein Hund trotz der durchgeführten Schutzimpfung mit Zwingerhusten infizieren kann. Aufgrund der Weiterentwicklung der Virenstämme kann eine Impfung keinen hundertprozentigen Schutz garantieren, mindert aber das Infektionsrisiko stark.

Undine Tackmann
Undine Tackmann